Haapsalu an der estnischen Westküste ist der älteste Kurort des Landes: Seit 1825 wird hier der Heilschlamm der Bucht therapeutisch genutzt, russische Zaren und Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowsky verbrachten hier ihre Sommer. Über der Stadt thront bis heute die mittelalterliche Bischofsburg.
Die Bischofsburg Haapsalu
Die Piiskopilinnus, Sitz des Bistums Ösel-Wiek, entstand ab dem 13. Jahrhundert, der zur Burg gehörende Dom wird erstmals 1279 schriftlich erwähnt. Ihre endgültige Form mit mächtiger Wehrmauer erhielt die Anlage laut Visit Estonia erst im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert unter Bischof Johann IV. Kivel. Bis Ende des 17. Jahrhunderts Sitz der weltlichen und geistlichen Macht der Region, gilt sie heute als eine der besterhaltenen Burgen Estlands und ist Schauplatz der bekanntesten Geistergeschichte des Landes, der Legende von der Weißen Dame. Das Burgmuseum hat von Juni bis August täglich, von September bis Mai von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Heilschlamm seit 1825
Der Arzt Carl Abraham Hunnius entdeckte 1820, dass Einheimische den Schlamm der Bucht gegen verschiedenste Beschwerden nutzten, ließ ihn chemisch untersuchen und eröffnete 1825 den ersten Moorbad-Kurbetrieb der Stadt. In der Folge wurde Haapsalu bei der Petersburger Oberschicht beliebt, mehrere russische Zaren von Peter I. bis Nikolaus II. reisten zur Kur an. 1867 verbrachte Pjotr Iljitsch Tschaikowsky den Sommer in Haapsalu und komponierte hier die Klaviersuite „Souvenir de Hapsal". Eine Bank an der Promenade, an der er gerne den Sonnenaufgang beobachtete, trägt bis heute seinen Namen.
Der Kuursaal: letzte erhaltene Kurhalle Estlands
1898 an der Strandpromenade errichtet, ist der hölzerne Kuursaal mit seinem filigranen Laubsägewerk laut Visit Estonia die einzige im Original erhaltene Kurhalle des 19. Jahrhunderts in Estland. Ursprünglich reichte das Gebäude an beiden Enden fast bis ins Meer, die dortigen kleinen Buchten wurden später aufgeschüttet. Nach Verfall und Zweckentfremdung als Lagerhalle in der Sowjetzeit wurde der Kuursaal restauriert und beherbergt heute ein Restaurant mit Meerblick.