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Handgepäck im Flugzeug 2026 – Maße aller Airlines, neue Regeln und Pack-Tipps

Es gibt keinen einheitlichen Standard – und das wird teuer

Die IATA, der weltweite Dachverband der Fluglinien, empfiehlt seit Jahren ein einheitliches Handgepäckmaß von 55 x 35 x 20 Zentimetern. Keine Airline ist daran gebunden. Jede Fluggesellschaft setzt eigene Vorgaben – und vor allem die Billiglinien nutzen das aggressiv für Zusatzgebühren. Wer mit einem 55 x 40 x 23 cm Trolley bei Ryanair einsteigt, zahlt am Gate 70 Euro.

Vor jedem Flug lohnt der direkte Blick auf die Airline-Website mit der konkreten Tarif-Zuordnung. Die Tarifnamen ändern sich häufig – was 2024 noch „Economy Light“ hieß, kann 2026 „Economy Basic“ sein und plötzlich kein Trolley mehr beinhalten.

Lufthansa Group: einheitlich 55 x 40 x 23 cm und 8 kg

Die vier wichtigsten Konzern-Airlines – Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss und Eurowings – verwenden bei den klassischen Economy-Tarifen seit langem identische Maße: 55 x 40 x 23 cm beim Trolley, 8 Kilogramm Höchstgewicht, dazu ein zusätzliches kleines Stück mit maximal 40 x 30 x 10 cm (Handtasche, Laptoptasche, kleiner Rucksack).

Achtung bei den neuen „Basic“-Tarifen: Bei Eurowings BASIC bekommen Sie nur das kleine 40 x 30 x 25 cm Stück gratis, der Trolley kostet ab 8 Euro Aufpreis. Bei Austrian Economy Basic gilt dasselbe Muster. Wer dort bewusst nur mit Rucksack reist, spart – wer nicht aufpasst, zahlt am Gate doppelt. In Business und First Class dürfen Sie jeweils zwei Trolleys à 8 kg mitnehmen.

Ryanair: zwei Welten, je nach Priority

Bei Ryanair gibt es zwei Stufen. Kostenlos enthalten ist nur ein kleines Gepäckstück bis 40 x 20 x 25 cm und maximal 10 kg, das unter den Sitz vor Ihnen passen muss. Das ist ein kompakter Rucksack oder eine kleine Reisetasche – kein Trolley.

Wer einen normalen Handgepäcktrolley mit 55 x 40 x 20 cm mitnehmen will, braucht das Tarifpaket Priority Boarding. Das kostet je nach Strecke und Buchungszeitpunkt zwischen 6 und 36 Euro und beinhaltet das frühere Einsteigen plus den größeren Trolley. Wer ohne Priority am Gate ankommt und der größere Trolley wird beanstandet, zahlt 70 Euro Aufschlag oder muss das Gepäck am Schalter abgeben.

Aufgegebenes Gepäck online zu buchen ist deutlich günstiger: 10 kg ab rund 20 Euro, 20 kg ab rund 40 Euro – am Flughafen verdoppelt sich der Preis oft. Wer eine Woche im Süden verbringt, kommt mit Priority-Boarding plus 10-kg-Aufgabegepäck schnell auf 50 bis 80 Euro extra. Das relativiert den günstigen Ticketpreis spürbar.

Übersicht: die wichtigsten Airlines im Vergleich

Airline Trolley (cm) Gewicht Kleines Stück (cm)
Lufthansa 55 x 40 x 23 8 kg 40 x 30 x 10
Austrian Airlines 55 x 40 x 23 8 kg 40 x 30 x 10
Swiss 55 x 40 x 23 8 kg 40 x 30 x 10
Eurowings SMART/BIZ 55 x 40 x 23 8 kg 40 x 30 x 25
Eurowings BASIC kein Trolley 40 x 30 x 25
Ryanair (nur mit Priority) 55 x 40 x 20 10 kg 40 x 20 x 25 (10 kg)
easyJet (Basis) 45 x 36 x 20 15 kg
Wizz Air (Basis) 40 x 30 x 20 10 kg
KLM 55 x 35 x 25 12 kg 40 x 30 x 15
Air France 55 x 35 x 25 12 kg 40 x 30 x 15
British Airways 56 x 45 x 25 23 kg 40 x 30 x 15
Turkish Airlines 55 x 40 x 23 8 kg 40 x 30 x 15

Maße jeweils inklusive Rollen, Griffe und Außentaschen. Die Werte gelten für die Economy-Klasse. Stand: Juni 2026 – Airlines passen ihre Vorgaben jährlich an, vor dem Flug die aktuelle Fassung prüfen.

Flüssigkeiten: 100-ml-Regel und die neuen CT-Scanner

Seit 2006 gilt EU-weit die 100-ml-Regel für Flüssigkeiten im Handgepäck: maximal 100 Milliliter pro Behälter, alles zusammen in einen wiederverschließbaren, durchsichtigen Beutel mit maximal einem Liter Volumen, ein Beutel pro Person. Diese Regel war ursprünglich als Übergang gedacht – sie hält sich seit fast 20 Jahren.

Seit 2024 rüsten europäische Flughäfen schrittweise auf CT-Scanner um. Diese Geräte erstellen ein 3D-Bild des Gepäckinhalts, erkennen Flüssigkeiten genauer und machen die 100-ml-Beschränkung überflüssig. An umgerüsteten Sicherheitsspuren dürfen Sie Flüssigkeiten in Behältern bis 2 Liter mitführen, ohne sie auspacken zu müssen.

Stand Juni 2026 ist die 2-Liter-Regel an folgenden Flughäfen aktiv: Frankfurt Terminal 1 (Bereiche A, Z, B-West), München (alle CT-Spuren), Berlin BER (Terminal 2 und Teile von T1), Nürnberg (seit 8. Mai 2026), Wien-Schwechat in einzelnen Spuren. Auch wenn der Abflughafen umgerüstet ist, kann am Ziel- oder Umsteigeflughafen noch die alte Regel gelten. Auf der sicheren Seite ist, wer trotzdem mit 100-ml-Behältern packt.

Powerbanks: neue Regeln seit 15. Januar 2026

Die Lufthansa Group hat zum 15. Januar 2026 verschärfte Powerbank-Regeln eingeführt, die für Lufthansa, Austrian, Swiss, Eurowings und Brussels Airlines gelten. Auslöser sind mehrere Lithium-Ionen-Brände in Kabinen – die EASA und IATA hatten ihre Empfehlungen verschärft.

Die wichtigsten Punkte: Powerbanks dürfen nur im Handgepäck transportiert werden, nie im aufgegebenen Gepäck. Maximal zwei Powerbanks pro Person, jede mit höchstens 100 Wattstunden. Geräte zwischen 100 und 160 Wh brauchen die ausdrückliche Zustimmung der Airline vor dem Flug. Über 160 Wh ist die Mitnahme komplett verboten. Powerbanks dürfen während des Fluges weder zum Laden anderer Geräte noch über den USB-Sitzanschluss zum eigenen Aufladen genutzt werden. Die Lagerung im Gepäckfach über dem Sitz ist neuerdings verboten – die Powerbank muss in der Sitztasche, am Körper oder im Gepäckstück unter dem Vordersitz bleiben, damit Brände schnell entdeckt werden können. Zugelassene Medizingeräte (zum Beispiel CPAP-Akkus) sind von diesen Beschränkungen ausgenommen.

Die Wattstundenzahl steht meist klein auf dem Gehäuse. Wer nur Milliamperestunden (mAh) findet, rechnet: Wh = mAh × Spannung (in der Regel 3,7 V) ÷ 1000. Eine typische 20.000 mAh Powerbank hat rund 74 Wh – liegt also klar im erlaubten Bereich.

Verboten im Handgepäck – die Klassiker

Folgende Gegenstände müssen ins aufgegebene Gepäck oder bleiben zu Hause: Messer mit Klinge über 6 cm, Scheren mit Klinge über 6 cm, Werkzeuge mit Hebel- oder Sägefunktion, alle Arten von Schusswaffen-Imitaten, Pfefferspray, Sportartikel mit Schlagfunktion (Baseballschläger, Hockeyschläger, Skistöcke). Stricknadeln, Korkenzieher und Nagelfeilen sind in der EU erlaubt, in den USA teilweise nicht – bei Anschlussflügen via JFK oder LAX vorher prüfen.

Feuerzeuge: ein Stück am Körper erlaubt (nicht im Handgepäckkoffer), Reservefeuerzeuge sind verboten. Streichhölzer: eine kleine Packung Sicherheitszündhölzer am Körper erlaubt, Sturmstreichhölzer komplett verboten. E-Zigaretten gehören ins Handgepäck, nie ins Aufgabegepäck – die Akkus bergen ein Brandrisiko.

Was tun, wenn am Gate alles eskaliert

Manchmal werden Maße erst am Gate kontrolliert, obwohl der Trolley die ganze Strecke bis hierher durchgekommen ist. Zwei Optionen: Inhalt umpacken (Schweres in den Mantel, Sperriges in ein zweites Gepäckstück) oder das Stück aufgeben lassen. Die Gate-Aufgabe ist bei Ryanair und Wizz Air teuer (bis 70 Euro), bei der Lufthansa Group oft kostenlos, wenn der Flug ausgelastet ist und die Crew aktiv darum bittet.

Wer von vornherein knapp packt, sollte einen weichen Trolley wählen – die lassen sich notfalls in den Sizer drücken. Hartschalenkoffer geben keinen Millimeter nach. Wer regelmäßig Ryanair und Lufthansa kombiniert, hat oft zwei Gepäckstücke parat: einen 40 x 20 x 25 cm Rucksack für Ryanair-Strecken, einen 55 x 40 x 23 cm Trolley für alles andere.

Pack-Tipps für stressfreies Boarding

  • Vor Buchung prüfen: enthält der Tarif einen Trolley oder nur die kleine Tasche?
  • Trolley vor der ersten Reise mit Bandmaß nachmessen – die Hersteller-Angaben weichen oft um 1 bis 2 cm ab
  • Flüssigkeiten weiterhin auf 100 ml setzen, auch wenn der Abflughafen CT-Scanner hat
  • Powerbank am Körper oder im persönlichen Stück unter dem Vordersitz
  • Reservebatterien und Akkus ins Handgepäck, nie aufgeben
  • Reisedokumente, Medikamente, Wertsachen ins kleine Stück – das bleibt bei Gate-Aufgabe bei Ihnen
  • Bei Anschlussflug in USA oder UK: schärfere Regeln des Ziels beachten