Kairo hat seit November 2025 eine neue Hauptattraktion: das Grand Egyptian Museum bei Giza, in das unter anderem der komplette Tutanchamun-Schatz aus dem alten Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz umgezogen ist. Abseits davon liegt in Alt-Kairo mit der Zitadelle von Saladin und dem koptischen Viertel ein zweites, deutlich älteres Kapitel der Stadtgeschichte.
Grand Egyptian Museum: das neue Weltmuseum bei den Pyramiden
Nach zwei Jahrzehnten Bauzeit und rund 1,2 Milliarden US-Dollar Kosten öffnete das Grand Egyptian Museum am 1. November 2025 offiziell, ab 4. November für die allgemeine Öffentlichkeit. Es liegt weniger als zwei Kilometer von den Pyramiden von Giza entfernt, seine dreieckige Architektur ist auf die drei großen Pyramiden ausgerichtet. Rund 100.000 Objekte werden in zwölf Hauptausstellungshallen gezeigt, über die 108 Stufen zählende Große Treppe geht es an kolossalen Statuen vorbei nach oben. Laut dem Grand Egyptian Museum zählen die goldene Totenmaske Tutanchamuns, sein goldener Thron sowie eigene Bootsmuseen für die Sonnenbarken Khufus zu den Höhepunkten der Sammlung.
Zitadelle von Saladin und Muhammad-Ali-Moschee
Sultan Salah al-Din begann 1176 mit dem Bau der Zitadelle auf den Muqattam-Hügeln, fertiggestellt wurde sie erst 1207 unter Sultan al-Kamil, der sie zur Residenz der ägyptischen Herrscher machte. Laut dem ägyptischen Tourismusministerium bietet die Festung einen freien Panoramablick über Kairo. Ihr markantestes Bauwerk ist die Muhammad-Ali-Moschee, zwischen 1830 und 1848 im osmanischen Stil errichtet und wegen ihrer Alabasterverkleidung auch Alabaster-Moschee genannt. Die Zitadelle ist Teil von Historic Cairo, das die UNESCO 1979 in die Welterbeliste aufnahm.
Koptisches Alt-Kairo
Im Stadtteil Al-Fustat, der ältesten Keimzelle Kairos, liegt die Hängende Kirche über den Resten eines römischen Forts, benannt nach ihrer erhöhten Lage. Laut dem ägyptischen Tourismusministerium zeigt sie einen Kanzel aus Marmor auf zehn Säulen aus dem 11. Jahrhundert sowie Ikonen, deren älteste aus dem 15. Jahrhundert stammt. Wenige Schritte entfernt liegt die Ben-Esra-Synagoge, die älteste Synagoge Ägyptens. In ihrer Geniza, einer Dokumentenkammer, lagerten rund 850 Jahre lang religiöse und alltägliche Schriften der jüdischen Gemeinde Kairos, 1888 von europäischen Gelehrten entdeckt und heute auf Bibliotheken weltweit verteilt.
Einreise für Österreicher
Laut Außenministerium brauchen Österreicher für Ägypten ein Visum, entweder vorab bei einer ägyptischen Vertretung, als E-Visum mindestens sieben Tage vor Abreise, oder als Visum bei Ankunft am Flughafen für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Kairo selbst gilt nicht als Risikogebiet, das Außenministerium warnt aber ausdrücklich vor dem nördlichen Sinai und den Grenzgebieten zu Libyen und Sudan mit Sicherheitsstufe 4. Mit Ägypten besteht kein Sozialversicherungsabkommen, eine Reiseversicherung wird empfohlen.