Kingston: Trench Town, Bob Marley Museum, Studio One

Reggae steht seit November 2018 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit, erst das zweite jamaikanische Kulturgut nach dem Erbe der Maroons von Moore Town 2008. Seine Wurzeln liegen in den Armenvierteln von Kingston, wo bis heute Museen und Studios an die Anfänge des Genres erinnern.

Trench Town Culture Yard

In den 1940er-Jahren errichtete die Regierung in Trench Town einfache „Government Yards", Mehrfamilienhäuser um gemeinsam genutzte Höfe, für die vielen verarmten Jamaikaner, die vom Land nach Kingston zogen. Als Bob Marley mit zwölf Jahren mit seiner Familie hierherzog, brachte ihm der Anwohner Vincent „Tata" Ford in einem dieser Höfe die ersten Gitarrengriffe bei, hier entstand später auch der Song „No Woman No Cry". Am 6. Februar 2000 öffnete die Trench Town Culture Yard als Museum, seit 10. Mai 2007 ist sie offiziell Jamaikas erstes innerstädtisches National Heritage Site.

Bob Marley Museum an der Hope Road

1975 kaufte Bob Marley das Haus 56 Hope Road und machte es zu seinem Zuhause und kreativen Zentrum, hier war auch das 1970 von den Wailers gegründete Label Tuff Gong ansässig. 1976 überlebte Marley hier ein Attentat, geschrieben wurden an dieser Adresse unter anderem „Three Little Birds" und „No Woman No Cry". Nach seinem Tod wandelte seine Witwe Rita Marley das Haus 1986 in ein Museum um, seit 2001 steht es unter offiziellem Denkmalschutz als National Heritage Site.

Studio One: die „Motown Jamaikas"

Clement „Coxsone" Dodd gründete Studio One 1954, ab 1962 residierte das Label in einem ehemaligen Nachtclub an der Brentford Road, wo 1963 die ersten Aufnahmen entstanden. Ska, Rocksteady, Reggae, Dub und später Dancehall wurden hier maßgeblich geprägt, mit Künstlern wie Bob Marley, Peter Tosh, den Skatalites und Burning Spear. Zur Würdigung von Coxsone Dodds Lebenswerk wurde die Brentford Road am 30. April 2004 offiziell in Studio One Boulevard umbenannt.

Einreise und Sicherheit

Laut Außenministerium stuft Österreich Jamaika mit Sicherheitsstufe 2 ein, mit erhöhter Gewaltkriminalität vor allem nachts in den Städten, während sich die Sicherheitslage in den Ferienorten an der Nordküste besser darstellt. Österreicher brauchen für touristische Aufenthalte bis 30 Tage kein Visum, müssen sich aber vorab elektronisch registrieren (C5-Formular) und einen Reisepass mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit sowie ein Rückflugticket vorweisen.