Urlaub in Tunesien: Monastir, Djerba und Chenini

Tunesien ist mehr als Strandurlaub am Golf von Hammamet: In Monastir bewacht ein Ribat aus dem 8. Jahrhundert die Küste, und die Insel Djerba beherbergt mit der El-Ghriba-Synagoge eine der ältesten jüdischen Kultstätten der Welt und steht seit 2023 auf der UNESCO-Welterbeliste.

Monastir: Ribat und Mausoleum

Der Ribat von Monastir entstand laut dem offiziellen Tunesischen Fremdenverkehrsamt im 8. Jahrhundert als religiös-militärische Festung, in der Sufi-Asketen beteten, Studenten unterrichteten und die Küste verteidigten. Später von den Sultanen von Tunis und den Osmanen erweitert, dient das Bauwerk heute als Museum, unter anderem mit einem Astrolabium aus dem 10. Jahrhundert aus Córdoba, und bietet vom Wachturm einen Panoramablick über Stadt und Strände. Zweites Wahrzeichen der Stadt ist das Mausoleum von Habib Bourguiba, dem in Monastir geborenen Staatsgründer der tunesischen Unabhängigkeit, errichtet 1963 und 1978 erweitert.

Djerba: Synagoge, UNESCO und der Turm der Schädel

In Erriadh auf Djerba steht die El-Ghriba-Synagoge, deren heutiges Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert stammt, während die jüdische Tradition den Ort seit rund 2.500 Jahren als Kultstätte führt. Jedes Jahr am jüdischen Fest Lag baOmer pilgern tausende Gläubige hierher. Im September 2023 nahm die UNESCO die gesamte Insel Djerba wegen ihrer historisch gewachsenen, religiös durchmischten Siedlungsstruktur in die Welterbeliste auf.

In der Inselhauptstadt Houmt Souk steht die Festung Borj El Kebir, errichtet um 1392 über den Resten des antiken Girba. 1560 belagerte hier der osmanische Kommandant Dragut eine spanische Garnison, nach deren Niederlage türmte er die Schädel der Gefallenen zum berüchtigten „Turm der Schädel" auf, der erst 1848 von den französischen Behörden abgetragen wurde.

Chenini: Berberdorf in Höhlenwohnungen

Rund 18 Kilometer westlich von Tataouine im äußersten Süden Tunesiens liegt Chenini, eines der letzten bewohnten Berberdörfer des Landes. Die Wohnhöhlen wurden von Hand in den honigfarbenen Fels gehauen, die ältesten sind rund 800 Jahre alt und halten die Temperatur im Inneren das ganze Jahr über ausgeglichen. Oben auf dem Bergrücken thront ein über 1.000 Jahre alter Ksar, eine Getreidespeicherburg, in deren unterirdischem Bereich einst sieben Ölmühlen und eine Moschee untergebracht waren. Heute leben noch rund 600 Menschen in Chenini, gegenüber geschätzten 3.000 in früheren Jahrhunderten.

Einreise und Sicherheit

Laut Außenministerium brauchen Österreicher für Tunesien bei Aufenthalten bis 90 Tage kein Visum, der Reisepass muss noch mindestens 3 Monate gültig sein. Die Touristenzentren Monastir, Djerba, Hammamet, Sousse und Mahdia sowie Tunis werden mit Sicherheitsstufe 2 eingestuft, für die meisten Binnenregionen abseits der Touristenzonen gilt Sicherheitsstufe 3, für die Sahara-Gebiete und die Grenzregionen zu Algerien und Libyen Sicherheitsstufe 4. Mit Tunesien besteht kein Sozialversicherungsabkommen, eine Reiseversicherung mit Behandlungskosten wird empfohlen.