Wien nach Split, einmal quer durch drei Mautsysteme: 12,80 Euro für die österreichische 10-Tages-Vignette, 16 Euro für die slowenische Wochenvignette, 8,80 Euro für den Karawankentunnel und noch einmal 26,40 Euro Streckenmaut zwischen Zagreb und Split. Rund 64 Euro also, bevor der erste Liter Sprit gerechnet ist – und das nur für die Hinfahrt. Wer die falsche Vignette kauft oder zu spät bestellt, zahlt deutlich mehr.
Zwei Systeme, die sich nicht mischen lassen
Europa kennt zwei Grundmodelle. Beim Vignettenmodell zahlen Sie für Zeit: eine Woche, einen Monat, ein Jahr, unabhängig davon, wie viele Kilometer Sie fahren. So machen es Österreich, Slowenien, Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien und die Schweiz. Beim Streckenmodell zahlen Sie für Kilometer, meist per Ticket an der Mautstation: Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Kroatien.
Für die klassische Adria-Route heißt das: Sie brauchen beides. Die Vignette der Transitländer und dann noch das Mautticket vor Ort. Und in Österreich reicht die Vignette allein ohnehin nicht, sobald ein Alpentunnel dazwischen liegt.
Österreich: Vignette plus Sondermaut
Die Jahresvignette kostet 2026 für den Pkw 106,80 Euro, die 2-Monats-Vignette 32 Euro, die 10-Tages-Vignette 12,80 Euro und die Tagesvignette 9,60 Euro. Motorradfahrer zahlen 42,70, 12,80, 5,10 beziehungsweise 3,80 Euro. Die Preise gelten seit 1. Dezember 2025.
Ein Detail kostet jedes Jahr Urlauber Geld: Die digitale Jahres- und 2-Monats-Vignette wird aus Konsumentenschutzgründen erst am 18. Tag nach dem Onlinekauf gültig. Wer am Freitag vor der Abreise bestellt, fährt am Samstag ohne gültige Vignette. Nur die Tages- und die 10-Tages-Vignette gelten online sofort. Wer kurzfristig unterwegs ist, kauft an der Tankstelle. Die Klebevignette gibt es 2026 zum letzten Mal, ab 2027 läuft alles digital.
Auf sechs Alpenstrecken kommt Sondermaut dazu, die in keiner Vignette enthalten ist: Tauern und Katschberg auf der A10 kosten 15 Euro pro einfacher Fahrt, der Arlberg 13 Euro, der Brenner 12,50 Euro, der Gleinalmtunnel 12 Euro, die Karawanken 9 Euro und der Bosruck 7 Euro. Alle Tarife und die digitale Streckenmaut mit Kennzeichen-Registrierung finden Sie bei der ASFINAG.
Slowenien: die Falle heißt 1,30 Meter
Slowenien hat auf die reine E-Vignette umgestellt, gekauft wird über e-vinjeta mit dem Kennzeichen, kontrolliert wird per Kamera. Für den normalen Pkw (Klasse 2A) kostet die Wochenvignette 16 Euro, der Monat 32 Euro, das Jahr 117,50 Euro.
Teuer wird es für alles, was höher gebaut ist: Fahrzeuge mit mehr als 1,30 Meter Höhe über der Vorderachse fallen in Klasse 2B. Dort kostet die Woche 32 Euro, der Monat 64,10 Euro und das Jahr 235 Euro. Betroffen sind vor allem Campervans und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen, gelegentlich auch hohe SUV mit Dachaufbau. Wer hier die falsche Klasse bucht, gilt als unvignettiert, und die Strafe liegt bei 300 bis 800 Euro. Der Karawankentunnel ist nicht in der Vignette enthalten und kostet auf slowenischer Seite zusätzlich 8,80 Euro.
Kroatien: noch Tickets, ab Herbst Kameras
In Kroatien ziehen Sie beim Auffahren ein Ticket und zahlen beim Abfahren bar oder mit Karte. Als Richtwert gelten rund 8 Euro pro 100 Kilometer für den Pkw. Zagreb bis Split kostet 26,40 Euro, weiter bis Dubrovnik summiert es sich auf etwa 43,90 Euro, die kurze istrische Strecke Umag bis Pula auf rund 6,30 Euro.
Wer öfter fährt, holt sich das elektronische ENC-Gerät: Es bringt 21,74 Prozent Rabatt und rechnet sich schon bei einer Hin- und Rückfahrt an die süddalmatinische Küste. Die Sommersaison 2026 läuft noch komplett mit dem alten Stationssystem; die Umstellung auf freien Verkehrsfluss mit Kameras beginnt erst nach der Saison ab September 2026. Aktuelle Tarife stehen bei HAC.
Ungarn, Tschechien, Schweiz, Italien
In Ungarn kostet die E-Vignette der Kategorie D1 seit 1. Jänner 2026 für zehn Tage 6.900 Forint, für einen Monat 11.170 Forint und für ein Jahr 61.760 Forint. Neu ist die günstige Regional-Jahresvignette für einzelne Komitate um 15.000 Forint – interessant für alle, die nur bis zum Plattensee oder ins Grenzgebiet fahren. Kaufen Sie ausschließlich über das offizielle Portal E-Matrica; Drittanbieter verlangen teils erhebliche Aufschläge. Die Preisdetails erklärt auch der ÖAMTC in seiner Länderinfo Ungarn.
Tschechien verlangt seit 1. Jänner 2026 für die E-Vignette 230 Kronen am Tag und 2.570 Kronen im Jahr. Erdgasfahrzeuge zahlen 1.280 Kronen im Jahr, Plug-in-Hybride bis 50 Gramm CO2 pro Kilometer die Hälfte, also 640 Kronen. Elektro- und Wasserstoffautos fahren gratis, müssen sich mit ausländischem Kennzeichen aber vorher anmelden. Preisliste: edalnice.gov.cz.
Die Schweiz bleibt bei ihrem Einheitspreis von 40 Franken, unabhängig davon, ob Sie die Klebevignette oder die seit 2023 verfügbare E-Vignette nehmen. Die Vignette 2026 gilt bereits seit 1. Dezember 2025 und noch bis 31. Jänner 2027, also 14 Monate. Die E-Vignette hängt am Kennzeichen, nicht am Fahrzeug: Bei Scheibenbruch oder Autowechsel mit gleichem Kennzeichen müssen Sie nichts nachkaufen.
Italien rechnet streckenweise ab und hat die Tarife zum 1. Jänner 2026 im Schnitt um 1,5 Prozent angehoben, die Brennerautobahn A22 um 1,46 Prozent. An den Mautstationen sind die gelben Spuren dem Telepass-Gerät vorbehalten, weiße und blaue Spuren nehmen Karte oder Bargeld. Wer die Kosten für seine Route vorab wissen will, rechnet sie im Maut-Ratgeber des ADAC durch.
Die vier häufigsten teuren Fehler
- Zu spät bestellt: Die digitale Jahres- und 2-Monats-Vignette in Österreich gilt erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf.
- Falsches Portal: Bei Ungarn, Tschechien und Slowenien landen Suchende regelmäßig bei Wiederverkäufern, die das Doppelte verlangen. Die offiziellen Adressen enden auf nemzetiutdij.hu, edalnice.gov.cz und dars.si.
- Falsche Fahrzeugklasse: In Slowenien entscheidet die Höhe über der Vorderachse. Über 1,30 Meter kostet die Jahresvignette 235 statt 117,50 Euro.
- Sondermaut vergessen: Tauern, Karawanken, Brenner und Arlberg sind in der österreichischen Vignette nicht enthalten.
Kurz gerechnet für die Adria-Route
Für eine zweiwöchige Fahrt von Wien nach Mitteldalmatien und zurück kommen Sie mit der 2-Monats-Vignette für Österreich (32 Euro), der slowenischen Wochenvignette in beide Richtungen (2 x 16 Euro), dem Karawankentunnel (2 x 8,80 Euro) und der kroatischen Streckenmaut (2 x 26,40 Euro) auf rund 134 Euro. Mit ENC-Gerät sinkt der kroatische Anteil um gut elf Euro. Wer stattdessen über Ungarn fährt, tauscht die slowenische Vignette gegen die ungarische Zehntagesvignette und den Tunnel gegen mehr Kilometer.