Freiwilligenarbeit im Ausland: WWOOF, EU-Korps, Schildkröten

Freiwilligenarbeit im Ausland reicht vom EU-geförderten Sozialeinsatz über Bio-Höfe bis zur Meeresschildkröten-Forschung in Costa Rica, die seit den 1950er-Jahren läuft. Drei etablierte, seriöse Wege für Reisende, die während ihres Aufenthalts mitarbeiten statt nur zu besichtigen.

WWOOF: Mitarbeit auf Bio-Höfen weltweit

Die Londoner Sekretärin Sue Coppard gründete 1971 „Working Weekends on Organic Farms" mit einem ersten Probewochenende für vier Freiwillige auf einem biodynamischen Hof in Sussex. Aus der Wochenend-Initiative wurde WWOOF, World Wide Opportunities on Organic Farms: Laut der WWOOF-Geschichte gibt es heute mehr als 50 nationale WWOOF-Organisationen von Afrika bis Neuseeland, seit 2011 unter dem Dach der Weltföderation FOWO. Freiwillige arbeiten gegen Kost und Logis mehrere Stunden am Tag am Hof mit, eine österreichische Anlaufstelle bietet wwoof.at.

Europäisches Solidaritätskorps: EU-gefördert über OeAD

Für 18- bis 30-Jährige vermittelt das Europäische Solidaritätskorps Freiwilligenprojekte in Europa und Nachbarregionen der EU, von Umweltschutz über Sozialarbeit bis Flüchtlingshilfe, ohne Sprachkenntnisse oder Vorqualifikation. Laut der österreichischen Nationalagentur OeAD dauern Einzelprojekte zwei Wochen bis zwölf Monate bei 30 bis 38 Wochenstunden, Teams ab fünf Personen aus mindestens zwei Ländern übernehmen kürzere Einsätze von zwei Wochen bis zwei Monaten. Die EU übernimmt Reisekosten je nach Entfernung zwischen 28 und 1.735 Euro sowie ein Taggeld von 7 Euro, außergewöhnliche Kosten wie Visa werden zusätzlich erstattet.

Meeresschildkröten-Forschung in Costa Rica

In Tortuguero an der Karibikküste Costa Ricas begann der Meeresbiologe Archie Carr in den 1950er-Jahren mit der Erforschung von Suppenschildkröten, heute führt die Sea Turtle Conservancy dort das am längsten ununterbrochen laufende Schildkröten-Forschungsprogramm der Welt fort. Von Juni bis Oktober können Freiwillige im Eco-Volunteer-Programm an der John H. Phipps Biological Field Station bei nächtlichen Zählungen, der Datenerfassung zu Nistplätzen und dem Schutz der Gelege mitarbeiten.