Wer in ferne Länder reist, sollte sich rechtzeitig um Impfschutz und Auslandskrankenversicherung kümmern: Die medizinische Versorgung ist außerhalb Europas oft lückenhaft, und einzelne Impfungen brauchen Wochen, bis der volle Schutz aufgebaut ist. Zwei aktuelle Änderungen sind dabei besonders wichtig.
Gelbfieberimpfung gilt seit 2016 lebenslang
Lange musste die Gelbfieberimpfung alle zehn Jahre aufgefrischt werden, seit Juli 2016 gilt ein einmal ausgestelltes Impfzertifikat laut den Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO lebenslang, auch rückwirkend. Für die Einreise darf daher keine Auffrischung mehr allein wegen des Ablaufdatums verlangt werden, die meisten Länder haben ihre Bestimmungen inzwischen entsprechend angepasst. Eine Ausnahme gilt für Kinder, die vor dem zweiten Lebensjahr erstmals geimpft wurden, sowie für Schwangere und HIV-Infizierte, bei denen der Schutz möglicherweise nicht lebenslang anhält.
Erste Dengue-Impfung in Österreich verfügbar
Seit Ende 2022 ist mit Qdenga der erste Dengue-Impfstoff in der EU zugelassen und laut dem österreichischen Gesundheitsportal auch in Österreich verfügbar, verabreicht in zwei Dosen im Abstand von drei Monaten ab einem Alter von vier Jahren. Die Impfung schützt in Studien nach zwölf Monaten zu rund 80 Prozent, bei Personen ohne vorherige Dengue-Infektion allerdings bislang nicht nachweislich gegen zwei der vier Dengue-Serotypen. Empfohlen wird sie vor allem Langzeitreisenden und Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe, nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
Wann zum Reisemediziner?
Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt, Impfungen und Impfserien laut aktuellem Epidemiologischen Bulletin idealerweise mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt abzuschließen, bei mehrteiligen Impfserien wie gegen Hepatitis A und B oder Typhus reichen erfahrungsgemäß acht Wochen Vorlaufzeit eher aus. Welcher Impfschutz im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Reiseziel, Reisedauer, Jahreszeit und aktuellen Krankheitsausbrüchen ab und sollte individuell mit einem Reisemediziner oder Tropeninstitut abgeklärt werden. Aktuelle Länderinformationen bietet auch das österreichische Außenministerium.