Kotor - Altstadt, Stadtmauern, Perast und City Pass

Kotor liegt im hintersten Winkel der Bucht von Kotor in Montenegro, am Fuß des Lovćen. Die Stadtmauern ziehen sich mehr als vier Kilometer weit bis hinauf zur Festung des heiligen Johannes, 1979 kam die Region auf die Welterbeliste der UNESCO. Seit den frühen 2000er Jahren kommen immer mehr Gäste, viele davon mit Kreuzfahrtschiffen. Für die Einreise reicht Österreichern der Personalausweis, bezahlt wird in Euro.

Die Altstadt: Plätze statt Straßennamen

Die Altstadt ist ein Labyrinth aus Gassen ohne offizielle Namen, bekannt nur unter Spitznamen wie „Lass mich durch“. Die Plätze sind unregelmäßig und oft nach der Ware benannt, die dort verkauft wurde: Salatplatz, Mehlplatz, Milchplatz, Waffenplatz. In der Mitte steht meist ein wichtiges Gebäude, oft eine Kirche. Von den rund 50 Kirchen, die zwischen dem 13. und 20. Jahrhundert gebaut wurden, sind viele verschwunden, meist durch Erdbeben, schreibt der Tourismusverband Kotor.

Erste schriftliche Nachrichten über Kotor stammen aus dem 1. Jahrhundert, besiedelt war der Ort laut Funden schon im 6. Jahrhundert vor Christus. Die Bucht selbst wird oft als südlichster Fjord Europas bezeichnet, ist aber in Wahrheit ein vom Meer überflutetes Flusstal.

Die Stadtmauern und die Festung San Giovanni

Die Mauern von Kotor sind mehr als vier Kilometer lang und stellenweise bis zu 20 Meter hoch. Sie folgen im Westen der Uferlinie, im Süden der Quelle Gurdić und klettern die Felsen des Johannesbergs hinauf. Gebaut wurde an ihnen von der illyrischen Zeit bis zur venezianischen Herrschaft, sie schützten die Stadt gegen osmanische Belagerungen und Piraten. Das Nordtor entstand, nachdem die Stadt den Piraten Khair ad-Din Barbarossa abgewehrt hatte, das Südtor ist ein dreifaches Tor mit einer Brücke aus dem 18. Jahrhundert über die Quelle Gurdić.

Ganz oben liegt die Festung des heiligen Johannes, italienisch San Giovanni. Sie war die Kommandozentrale der Verteidigung, mit Geschützstellungen, Waffenlagern und Unterkünften. Die Befestigungen gehören heute zum Welterbe der venezianischen Verteidigungsanlagen des 16. und 17. Jahrhunderts.

Kotor City Pass

Für die Museen und Kirchen der Stadt gibt der Tourismusverband zwei Pässe aus, beide sind einen Monat gültig. Laut Kotor City Pass:

PassPreisenthält
City Pass S19 €Seefahrtsmuseum im Grgurina-Palast, Boka-Aquarium, Kathedrale des heiligen Tryphon, Nikolauskirche, Lukaskirche
City Pass M30 €alles aus S, dazu römische Mosaike in Risan, Museum in Perast, Paulskirche, Galerie der Solidarität, Michaelskirche

Die Kathedrale des heiligen Tryphon ist das Wahrzeichen der Stadt und einer der ältesten und größten Sakralbauten Montenegros. Das Boka-Aquarium ist das einzige öffentliche Aquarium des Landes, mit 18 Becken. In Risan zeigen die Mosaike einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert die einzige bekannte Darstellung von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafs. Während Messen, Hochzeiten und Taufen sind die Kirchen nicht zu besichtigen.

Perast und die zwei Inseln

Vor Perast liegen zwei kleine Inseln, laut Tourismusverband mit ganz unterschiedlicher Geschichte:

  • Sveti Đorđe (St. Georg) ist eine natürliche Insel mit einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert und dem alten Friedhof von Perast. Um sie rankt sich die Legende eines französischen Soldaten, der 1813 versehentlich das Haus seiner Geliebten beschoss, danach Mönch auf der Insel wurde und neben ihr begraben liegt. Die Geschichte soll Arnold Böcklin zu seinem Gemälde „Die Toteninsel“ inspiriert haben.
  • Gospa od Škrpjela (Unsere Liebe Frau vom Felsen) ist künstlich entstanden: Um einen Felsen wurden Steine und alte Segelschiffe versenkt, bis genug Platz für eine Kirche war. Daran erinnert bis heute die Fašinada, bei der Steine rund um die Insel versenkt werden. Neben der Kirche zeigt ein Museum Schiffsbilder, Navigationsinstrumente und eine Stickerei, für die die Künstlerin Hijacinta Kunić ihr eigenes Haar verwendete.

Einreise, Geld und Ortstaxe

Für Österreicher gilt laut Außenministerium (Stand September 2026):

  • Dokumente: Reisepass oder Personalausweis, mindestens drei Monate gültig. Mit dem Pass darf man bis zu 90 Tage bleiben, mit dem Personalausweis 30 Tage.
  • Anmeldung: Wer nicht im Hotel wohnt, muss sich binnen 24 Stunden bei der Polizei oder beim Tourismusverband anmelden. Einen Ausweis muss man immer dabeihaben.
  • Auto: Nötig ist ein internationaler Versicherungsnachweis mit dem Länderkürzel MNE. Die Promillegrenze liegt bei 0,3, für Fahrer unter 21 Jahren bei 0,0.
  • Währung: Euro.

In registrierten Unterkünften fällt eine Ortstaxe an: 1 Euro pro Erwachsenem und Nacht, 50 Cent für Jugendliche von 12 bis 18, Kinder bis 12 Jahre zahlen nichts. Die Touristeninformation ist am Seetor der Altstadt, Telefon +382 32 325 950.

Wer die Adria weiter nordwärts bereist, findet Tipps für Camping in Kroatien und die slowenische Küstenstadt Piran.