Lissabon Geheimtipps: LX Factory, Zeder, Fado

Im Jardim do Príncipe Real steht mit 26 Metern Kronendurchmesser der größte Zedernbaum Europas, in Mouraria wurde der Fado geboren, und aus einer stillgelegten Textilfabrik in Alcântara wurde eines der kreativsten Viertel Lissabons. Vier Orte abseits von Alfama und Belém.

LX Factory: von der Textilfabrik zum Kreativviertel

1838 gründete sich die Companhia de Fiação e Tecidos Lisbonense, zwischen 1846 und 1849 entstand in Alcântara das große Fabrikgebäude mit rund 23.000 Quadratmetern Produktionsfläche, eine der wichtigsten Textilfabriken der Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss der Betrieb, es folgten Lebensmittelfirmen und Druckereien, bis das Gelände in den 1980er-Jahren verfiel. Erst 2007 kaufte ein Investor die Ruine, 2008 eröffnete die LX Factory mit Ateliers, Konzeptläden, Streetart und Gastronomie unter der Brücke Ponte 25 de Abril.

Der größte Zedernbaum Europas

Im Jardim do Príncipe Real, fertiggestellt 1869, wächst der sogenannte Cedro do Buçaco, botanisch tatsächlich eine Scheinzypresse. Laut Visit Lisboa stammt die Art ursprünglich aus dem zentralamerikanischen Hochland und kam im 17. Jahrhundert über Karmelitermönche nach Portugal. Der beim Bau des Parks gepflanzte Baum wächst nicht in die Höhe, sondern breitet seine Krone waagrecht aus, mit 26 Metern Durchmesser die größte bekannte Krone dieser Art in Europa.

Museu Nacional do Azulejo

Das Nationale Fliesenmuseum ist im 1509 unter Königin Leonor gegründeten Kloster Madre de Deus untergebracht, das Manuelinik, Renaissance- und Barockelemente vereint. Die Sammlung zeigt die Geschichte der portugiesischen Fliesenkunst vom 15. Jahrhundert bis heute, darunter ein Panoramabild Lissabons vor dem Erdbeben von 1755. Vor einem Besuch lohnt sich eine aktuelle Prüfung der Öffnungszeiten: Laut Visit Portugal ist das Museum derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Mouraria: Geburtsort des Fado

Im einstigen maurischen Viertel Mouraria, benannt nach den Mauren, die nach der Eroberung Lissabons 1147 dort bleiben durften, lebte und starb die Sängerin Maria Severa Onofriana (1820 bis 1846). Sie gilt laut Visit Lisboa als erste professionelle Fado-Sängerin Lissabons, ihre Beziehung zum Grafen von Vimioso öffnete dem Fado die Salons der Aristokratie. Rund um die Rua do Capelão, wo Severa lebte, hat das Viertel seinen Ruf als Geburtsort des Fado bis heute bewahrt.