Lost Places Berlin: Geisterbahnhöfe, Beelitz, Spreepark

Berlins bekannteste verlassene Orte erzählen deutsche Teilungsgeschichte: U-Bahnhöfe, durch die West-Berliner Züge ohne Halt fuhren, ein Lazarett der Roten Armee mitten im Wald und ein Stasi-Gefängnis, durch das heute ehemalige politische Häftlinge selbst führen.

Geisterbahnhöfe: stillgelegt während der Teilung, nicht danach

Als die Mauer 1961 gebaut wurde, verliefen mehrere West-Berliner U- und S-Bahn-Linien weiterhin unterirdisch durch Ost-Berlin. Die dortigen Bahnhöfe wurden zwischen 1961 und 1989 nicht mehr angefahren, Reisende sahen aus fahrenden Zügen nur von Grenzsoldaten bewachte, verwaiste Bahnsteige. Der Nordbahnhof etwa öffnete erst am 1. September 1990 wieder, nach einer weiteren Sanierungspause ab 1. März 1992 endgültig. Eine Dauerausstellung im Nordbahnhof dokumentiert die Geschichte dieser „Geisterbahnhöfe" bis heute.

Beelitz-Heilstätten: Lazarett der Roten Armee

Zwischen 1898 und 1930 errichtete die Landesversicherungsanstalt Berlin bei Beelitz eine der größten Lungenheilstätten Europas. Nach 1945 übernahm die Rote Armee das gesamte, rund 200 Hektar große Areal mit seinen 60 Gebäuden als größtes sowjetisches Militärhospital außerhalb der UdSSR, bis die russischen Truppen es 1994 im Zuge des Truppenabzugs räumten. Seither stehen die backsteinernen Pavillons im Wald größtenteils leer.

Spreepark: der versunkene Vergnügungspark

1992 eröffnete im Plänterwald der Spreepark, bis 1997 flossen umgerechnet rund 20 Millionen Euro in den Umbau des früheren DDR-Kulturparks. Nachdem die Stadt einen Teil der Nutzfläche und sämtliche Parkplätze als Landschaftsschutzgebiet auswies, blieben die Besucher aus, Ende 2001 meldete der Betreiber Insolvenz an und schloss den Park endgültig. Seither erobert sich die Natur das Riesenrad und die Achterbahnruinen zurück.

Gedenkstätte Hohenschönhausen: das Stasi-Gefängnis

Ab 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit ein sowjetisches Kellergefängnis in Hohenschönhausen als zentrale Untersuchungshaftanstalt, bis 1989 saßen hier laut der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen rund 11.000 Menschen ein, darunter Beteiligte des Aufstands vom 17. Juni 1953. Nach der Schließung 1990 eröffnete 1994 die heutige Gedenkstätte, seit 2000 eine Berliner Stiftung öffentlichen Rechts. Ihre Führungen übernehmen bis heute auch ehemals politisch Inhaftierte selbst.