Sokotra: einzigartige Natur und die Reisewarnung des Außenministeriums

Sokotra gilt wegen seiner Pflanzen- und Tierwelt als Galápagos des Indischen Ozeans: 37 Prozent der 825 Pflanzenarten, 90 Prozent der Reptilien und 95 Prozent der Landschnecken kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor. Die Inselgruppe gehört zum Jemen und ist damit auch von der Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums erfasst, die ausdrücklich auch für Sokotra gilt. Wer sich über das Ziel informieren will, sollte dieses Faktum an erster Stelle kennen.

Warum Sokotra einzigartig ist

Die Inselgruppe liegt rund 250 Kilometer lang im nordwestlichen Indischen Ozean nahe dem Golf von Aden, gewissermaßen als Fortsatz des Horns von Afrika. Seit 2008 steht sie auf der Welterbeliste der UNESCO, ausgezeichnet für ihre biologische Vielfalt: 307 der 825 Pflanzenarten sind endemisch, ebenso 34 von 38 Reptilienarten und 96 von 101 Landschneckenarten. Dazu kommen 192 dokumentierte Vogelarten, davon brüten 44 auf den Inseln, sowie 253 Korallenarten, 730 Fischarten und 300 Krebs- und Garnelenarten im Meer rund um Sokotra.

Rund drei Viertel der Landfläche stehen als Naturschutzgebiete, Nationalparks oder botanisch besonders wertvolle Zonen unter Schutz. Die UNESCO nennt als Gefahren für das Ökosystem unter anderem Straßenbau, Überweidung, Übernutzung mariner Ressourcen sowie mögliche künftige Bedrohungen durch nicht nachhaltigen Tourismus und eingeschleppte Arten.

Der Drachenblutbaum

Wahrzeichen der Insel ist der Sokotra-Drachenbaum, Dracaena cinnabari, mit seiner charakteristischen schirmförmigen Krone. Aus seiner Rinde tritt ein tiefrotes Harz aus, das seit der Antike als Farbstoff und in der traditionellen Medizin verwendet wird und der Art ihren Namen gab. Der Baum gilt als Nationalbaum des Jemen. Wissenschaftliche Untersuchungen dokumentieren einen deutlichen Rückgang der Population in den vergangenen zwei Jahrzehnten, als Gründe gelten unter anderem Klimawandel, Beweidung durch Ziegen und eine schwache natürliche Verjüngung der Bestände.

Reisewarnung: Sicherheitsstufe 4 für ganz Jemen

Sokotra ist politisch und verwaltungstechnisch Teil des Jemen. Das österreichische Außenministerium stuft das gesamte Land, ausdrücklich einschließlich der Insel Sokotra, mit Sicherheitsstufe 4 ein, der höchsten Warnstufe, und rät von jeder Reise ab. Diese Einstufung gilt seit 2011 durchgehend. Das Ministerium begründet die Warnung unter anderem mit erhöhter Entführungsgefahr durch die Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel sowie mit Kampfhandlungen und einer insgesamt unvorhersehbaren Sicherheitslage im Land.

Besonders schwer wiegt: Wer sich trotz der Warnung auf jemenitischem Staatsgebiet aufhält und in Not gerät, kann von Österreich aus nicht konsularisch unterstützt werden, solange er sich dort befindet. Hilfe ist laut Außenministerium erst nach der Ausreise möglich, über die österreichischen Botschaften in Maskat (Oman) oder Riad (Saudi-Arabien). Nahezu alle Staaten haben ihre diplomatischen Vertretungen im Jemen wegen wiederholter Entführungen und Anschläge geschlossen.

Bei einer Reise in ein Gebiet mit Reisewarnung ist außerdem zu beachten, dass Reiseversicherungen sich trotz eines aufrechten Vertrags auf Ausschlussgründe berufen und damit leistungsfrei sein können, und dass die Republik Österreich die Kosten für Rettungsmaßnahmen im Nachhinein von der betroffenen Person zurückfordern kann.

Fazit

Die Natur Sokotras ist wissenschaftlich und ökologisch außergewöhnlich, das belegt die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe eindeutig. Die aktuelle Sicherheitslage im Jemen macht die Insel für Reisende aus Österreich nach der Einschätzung des Außenministeriums aber zu einem Ziel, das derzeit gemieden werden sollte. Wer sich für die Region interessiert, findet verlässliche Informationen zur Sicherheitslage direkt bei der Reiseinformation des Außenministeriums, die regelmäßig aktualisiert wird.