Der Alentejo liegt im Süden Portugals zwischen dem Tejo und der Algarve und nimmt etwa ein Drittel des Landes ein, dünn besiedelt und großteils ländlich. Zwei Orte stehen auf der Welterbeliste der UNESCO: die Altstadt von Évora seit 1986 und die Festungsstadt Elvas seit 2012. Am Stausee Alqueva liegt das erste zertifizierte Starlight-Reiseziel der Welt, an der Küste beginnen zwei Fernwanderwege mit zusammen fast 500 Kilometern.
Évora und Elvas: das Welterbe
Der historische Stadtkern von Évora wurde 1986 zum Weltkulturerbe erklärt, er bewahrt laut Turismo do Alentejo das Erbe von mehr als 2.000 Jahren Geschichte.
In der Altstadt steht die Knochenkapelle, die Capela dos Ossos an der Kirche São Francisco. Sie wurde im 17. Jahrhundert gebaut, Wände und Pfeiler sind mit einigen tausend Knochen und Schädeln aus den Gräbern des Klosters verkleidet. Die Kapelle sollte zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens anregen, die Fresken im Gewölbe stammen aus dem Jahr 1810.
| Eintritt Capela dos Ossos | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 7,00 € |
| Jugendliche bis 25, Senioren ab 65 | 5,00 € |
| Familie (2 Erwachsene mit Jugendlichen) | 15,00 € |
| nur Kirche | frei |
Laut Igreja de São Francisco. Geöffnet täglich im Sommer von 9 bis 18:30 Uhr, im Winter bis 17 Uhr, geschlossen am 1. Jänner, am Ostersonntag, am Nachmittag des 24. Dezember und am 25. Dezember.
Elvas kam 2012 dazu. Geschützt ist der gesamte historische Ortskern mit seinen kirchlichen und weltlichen Bauten, dazu das Amoreira-Aquädukt, das 7,5 Kilometer lang und bis zu vier Stockwerke hoch ist.
Weitere historische Orte im Alentejo sind die ummauerten Dörfer Monsaraz und Marvão, dazu Portalegre, Beja und Castelo de Vide mit seinem alten jüdischen Viertel, nennt Visit Portugal.
Sternenhimmel über dem Alqueva
Rund um den Stausee Alqueva ist der Nachthimmel so dunkel, dass die Region als erstes Starlight-Reiseziel der Welt ausgezeichnet wurde. In Cumeada bei Reguengos de Monsaraz steht ein Observatorium mit Teleskopen für Sonnen- und Sternbeobachtung. Laut Dark Sky Alqueva gibt es dort nächtliche Beobachtungen, Sonnenbeobachtung, Kanufahrten und Kurse in Astrofotografie.
Wandern an der Küste: die Rota Vicentina
Die Küste des Alentejo ist steil und felsig, dazwischen liegen geschützte Strände und gute Surfspots, die bekanntesten Orte sind Vila Nova de Milfontes und Zambujeira do Mar. Hier verläuft die Rota Vicentina mit zwei Hauptrouten:
| Route | Länge | Etappen | Charakter |
|---|---|---|---|
| Fischerpfad | 226,5 km | 13 | direkt an der Küste, 60 bis 70 % Sand, etwas schwierig |
| Historischer Weg | 263 km | 13 | Feld- und Waldwege durch Korkeichen und Dörfer, leicht |
Laut Rota Vicentina.
Der Fischerpfad folgt den Wegen, auf denen die Einheimischen zu Stränden und Angelplätzen gehen, mit durchgehendem Blick auf den Atlantik. Für Menschen mit Höhenangst ist er nicht geeignet, gewandert wird am besten von September bis Juni. Es gelten klare Regeln: nur zu Fuß, Gruppen mit höchstens 15 Personen, Wildcampen ist verboten, gezeltet wird nur auf Campingplätzen. Der Historische Weg bekam 2016 das europäische Qualitätssiegel „Leading Quality Trails - Best of Europe“.
Korkeichen, Oliven und Wein
Die Landschaft des Alentejo prägen Ebenen, Flusstäler, Korkeichen und Olivenbäume. Die Weine der Region lassen sich entlang der Weinstraße Rota dos Vinhos do Alentejo verkosten. Wer lieber zu Fuß, mit dem Rad oder zu Pferd unterwegs ist, findet auf den Ebenen und in den Flusstälern viel Platz dafür. In Castro Verde gibt es gute Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung.
Weiterreisen
Wer den Alentejo mit Lissabon verbindet, findet dort glutenfreie Adressen im Beitrag Glutenfrei in Lissabon und kreative Viertel im Beitrag Lissabon: Street Art und alternative Kultur.