Cervia an der Adria in der Emilia-Romagna hat neun Kilometer Strand und seit 1999 jedes Jahr die Blaue Flagge, 2026 zum 31. Mal. Zur Gemeinde gehören die Badeorte Milano Marittima, Pinarella und Tagliata. Was Cervia von den Nachbarorten unterscheidet, ist das Salz: Die Salinen auf 827 Hektar sind die kleinsten und nördlichsten Italiens und liefern das „Sale dolce“, ein Meersalz ohne bittere Chloride. An Christi Himmelfahrt wird bei der Hochzeit mit dem Meer ein Ring in die Adria geworfen, ein Brauch, der auf das Jahr 1445 zurückgeht.
Die Strände von Cervia
Die Küste der Gemeinde teilt sich in vier Orte: Milano Marittima, Cervia, Pinarella und Tagliata. Laut Tourismusamt der Gemeinde sind es zusammen neun Kilometer Strand. Die Blaue Flagge weht hier ohne Unterbrechung seit 1999, dazu kamen Auszeichnungen 1991, 1996 und 1997.
Es gibt Badeanstalten, freie Strände und eigene Hundestrände. Pinarella hat laut Discover Cervia mehr als zwei Kilometer Küste mit Pinienwald dahinter und trägt die Grüne Flagge. An den Stränden gibt es Plätze für Beachvolleyball und Teqball sowie Angebote zum Segeln und Windsurfen.
Die Salinen und das „süße“ Salz
Die Salina di Cervia liegt im Regionalpark Po-Delta und ist gleichzeitig Produktionsbetrieb und Naturgebiet. Auf 827 Hektar verteilen sich mehr als 50 Becken, ein 14 Kilometer langes Kanalsystem bringt das Wasser der Adria hinein. Das Salz, das hier entsteht, heißt Sale dolce, süßes Salz, weil ihm die bitteren Chloride fehlen.
In der Saline von Camillone wird das Salz noch von Hand geerntet. Zwischen den Becken jagen Flamingos nach Garnelen, im Herbst fahren Boote durch die Salinen, 2026 vom 13. September bis 24. Oktober. Dazu gibt es geführte Wanderungen, Radtouren und Kanufahrten auf den Kanälen, schreibt Discover Cervia. Verkauft wird das Salz direkt an der Saline in der Via Salara Provinciale 6, werktags von 8:30 bis 17 Uhr, samstags bis 12:30 Uhr.
Das Salzmuseum MUSA
Im alten Salzlager Torre an der Via Nazario Sauro 24 zeigt das MUSA Dokumente, Werkzeuge und Fotos zur Salzgewinnung, darunter eine Burchiella, einen eisernen Kahn für den Salztransport, und alte Holzgeräte aus den Salinen. Der Eintritt kostet 2 Euro, Jugendliche von 13 bis 18 zahlen 1 Euro, Kinder unter 12 nichts, am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt für alle frei.
Die Öffnungszeiten richten sich nach der Saison: Von 1. Juni bis 15. September ist täglich am Abend von 20:30 bis Mitternacht geöffnet, von Mitte September bis Ende Mai an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 14:30 bis 19 Uhr.
Feste rund ums Meer und ums Salz
- Sposalizio del Mare: Seit 1445 heiratet Cervia am Christi-Himmelfahrts-Tag das Meer. Der Legende nach geriet Bischof Pietro Barbo, der spätere Papst Paul II., in einen Sturm und beruhigte ihn, indem er seinen Bischofsring ins Wasser warf. Heute wird dabei ein Ring ins Meer geworfen, der Brauch markiert laut Gemeinde Cervia den Beginn der Salzernte und der Badesaison.
- Sapore di Sale: Jedes Jahr im September, 2026 vom 3. bis 6. September, wird nachgestellt, wie die Salzarbeiter das geerntete Salz auf flachen Booten, den Burchielle, über den Porto Canale ins Lager brachten. Dazu gibt es Vorträge, Ausstellungen und Süßes mit Salz, laut Discover Cervia.
Milano Marittima: die Gartenstadt
Milano Marittima entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Badeort für das wohlhabende Bürgertum aus Mailand. Geplant wurde er als Gartenstadt: Alleen, begrünte Kreisverkehre und der Pinienwald zwischen Meer und Villen. Ab 1927 kamen Hotels, Restaurants und bekannte Villen dazu, die Weltkriege unterbrachen den Ausbau. Heute gehört der Ort zu den meistbesuchten der Riviera Romagnola.
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