Kaum eine Hauptstadt hat ihren Namen so oft gewechselt wie Astana: 1830 als Kosakensiedlung Akmolinsk gegründet, 1961 in Zelinograd umbenannt, ab 1992 wieder Akmola, seit 1998 Astana, von 2019 bis 2022 zu Ehren des ersten Präsidenten Nur-Sultan, seit September 2022 wieder Astana. Seit der Jahrtausendwende ist daraus eine Stadt futuristischer Bauten geworden, mehrere davon vom britischen Stararchitekten Norman Foster.
Baiterek: 105 Meter, aber nicht von Foster
Der 105 Meter hohe Baiterek-Turm, Wahrzeichen der Stadt, wurde am 30. August 2002 fertiggestellt und stammt laut der regionalen Reisedokumentation vom kasachischen Architekten Akmurza Rustembekow, nicht von Norman Foster. Die goldverspiegelte Kugel an der Spitze misst 22 Meter im Durchmesser und wiegt knapp 300 Tonnen, auf 97 Metern Höhe liegt darin eine Aussichtsplattform mit Blick über die Stadt.
Palast des Friedens: eine Pyramide nach dem Goldenen Schnitt
Zwischen 2004 und 2006 errichtete Norman Foster den 62 Meter hohen Palast des Friedens und der Eintracht, dessen quadratische Grundfläche exakt so lang ist wie das Gebäude hoch, nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts. Die Pyramide mit rund 28.000 Quadratmetern Fläche und einer Glasspitze des Künstlers Brian Clarke wurde für den II. Kongress der Führer der Welt- und traditionellen Religionen gebaut und dient bis heute als überkonfessionelles Kongresszentrum.
Khan Shatyr: das höchste Zeltdach der Welt
Ebenfalls von Foster + Partners entworfen, eröffnete am 5. Juli 2010 das Khan Shatyr Entertainment Center, ein 150 Meter hohes, transparentes Zeltdach über einer elliptischen Grundfläche von 250 mal 230 Metern. Das Fachmagazin Engineering News-Record berichtete damals über die laut Kasachstan höchste Zeltkonstruktion der Welt. Unter der isolierenden Kunststoffmembran liegen ein Einkaufszentrum, ein Indoor-Park und diverse Freizeiteinrichtungen, geschützt vor dem rauen kontinentalen Klima Zentralasiens.