Bangkok ist das schwierigste Ziel in diesem Cluster – thailändisches Essen steckt voller versteckten Weizens, und das Bewusstsein für Zöliakie ist gering. Mit Vorbereitung und ein paar geprüften Adressen lässt es sich aber gut bereisen. Die Grundlagen stehen im Ratgeber Glutenfrei auf Reisen; hier geht es nur um Bangkok.
Die versteckte Weizenfalle
Das Kernproblem sind die Saucen. Die in Thailand allgegenwärtige Sojasauce enthält Weizen, ebenso Austernsauce und Hoisinsauce – sie stecken in unzähligen Gerichten, ohne dass man sie sieht. Dazu kommen Weizennudeln, die leicht mit den glutenfreien Reisnudeln verwechselt werden. Ein Tipp, der Wunder wirkt: eine eigene kleine Flasche glutenfreie Sojasauce mitnehmen, denn die Straßenstände haben keine – sie ist ihnen schlicht zu teuer.
Geprüfte Lokale
Es gibt Adressen, die sich auskennen. Das Karma Kafe hat eine fast vollständig glutenfreie Karte mit glutenfreiem Brot für Burger, glutenfreien Wraps und French Toast – nur einzelne Gerichte mit Sojasauce sind ausgenommen. Das Cabbages & Condoms an der Sukhumvit Soi 12, dessen Erlöse in thailändische Sozialprojekte fließen, ist ebenfalls für glutenfreie Optionen bekannt. Eine lokale Facebook-Gruppe pflegt zudem eine Google-Maps-Karte mit über 100 glutenfreundlichen Orten.
Natürlich glutenfreie Thai-Gerichte
Vieles ist von Natur aus ohne Gluten, wenn die Sauce stimmt: Reis in allen Formen, gegrilltes Fleisch wie Gai yang (Hühnchen) und Moo yang (Schwein), der grüne Papayasalat Som tam und als Dessert der Klassiker Mango Sticky Rice. Auch Pad Thai ist oft glutenfrei, weil es mit Tamarinde, Fischsauce und Reisnudeln statt mit Sojasauce gemacht wird – aber fragen Sie nach „no soy sauce“ und nach einer sauberen Pfanne.
Praktisch vor Ort
Ohne ein paar thailändische Worte wird es schwer. „Mai sai sii-ew“ heißt „keine Sojasauce“, und es hilft, zusätzlich auf eine Weizenallergie hinzuweisen, weil Zöliakie als Begriff oft unbekannt ist. Frühstücken Sie am besten im Hotel, wo Eier, Obst und Reis sichere Optionen sind, und nutzen Sie für das Mittag- und Abendessen die geprüften Lokale oder die Karte der Facebook-Gruppe. Wer so plant, kommt auch in Bangkok sicher durch – es braucht nur mehr Aufmerksamkeit als in Europa.
Frühstück, Märkte und Hotels
Für den Alltag in Bangkok hilft eine klare Routine. Frühstücken Sie im Hotel, wo Eier, frisches Obst und Reis sichere Optionen sind, und meiden Sie die Garküchen mit Wok-Gerichten, solange Sie nicht selbst nach den Saucen gefragt haben. Auf den Märkten sind frische Früchte, gegrillte Spieße ohne Marinade und Klebreis vergleichsweise sicher – aber auch hier lauert die Sojasauce, sobald etwas in der Pfanne gewendet wird. Die internationalen Hotels und die gehobenen Restaurants der Stadt sind zunehmend mit glutenfreien Karten ausgestattet, und in den Touristenvierteln rund um Sukhumvit gibt es mehrere Lokale, die sich mit dem Thema auskennen. Wer Reis als Basis nimmt und Saucen grundsätzlich hinterfragt, kommt auch ohne dediziertes Restaurant sicher durch den Tag.
Glutenfreie Hotels
Gerade in Bangkok, wo das Essen heikel ist, sind die internationalen Hotels ein sicherer Anker. Das JW Marriott Hotel Bangkok hat einen separaten glutenfreien Frühstücksbereich mit verschiedenen Broten und einer komplett glutenfreien Eierstation, deren Köche auf Kreuzkontamination achten. Das Renaissance Bangkok Ratchaprasong bietet glutenfreie Muffins, Brötchen und Brot, und das Mandarin Oriental gilt als Spitzenadresse für Sonderwünsche aller Art. Frühstücken Sie im Hotel und melden Sie die Zöliakie bei der Buchung an.
Kurz für Bangkok
- Hauptfalle: Soja-, Austern- und Hoisinsauce enthalten Weizen – in vielen Gerichten versteckt
- Eigene glutenfreie Sojasauce mitnehmen – Straßenstände haben keine
- Geprüfte Lokale: Karma Kafe (fast ganz glutenfrei), Cabbages & Condoms
- Natürlich glutenfrei: Reis, Gai/Moo yang, Som tam, Mango Sticky Rice
- „Mai sai sii-ew“ = keine Sojasauce; zusätzlich auf Weizenallergie hinweisen
- Live-Liste: Find Me Gluten Free Bangkok