Öko-Hotels: Umweltzeichen, EU Ecolabel und Green Key im Vergleich

Seit 27. September 2026 dürfen Unternehmen in der EU keine selbst erfundenen Nachhaltigkeitssiegel mehr verwenden. Ein Siegel muss auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von einer Behörde festgelegt sein, und Werbewörter wie „umweltfreundlich“ sind nur noch mit nachweislich hervorragender Umweltleistung erlaubt. Für die Suche nach einer Öko-Unterkunft heißt das: Auf das Zeichen kommt es an. In Österreich sind drei davon verbreitet, und sie unterscheiden sich deutlich in Strenge und Prüfrhythmus.

Die drei Siegel im Vergleich

Österreichisches UmweltzeichenEU EcolabelGreen Key
VergabeUmweltministerium, Prüfung über den VKIEU, in Österreich über dieselbe StelleFoundation for Environmental Education, Kopenhagen
Mindestpunkte Beherbergung3520alle Pflichtkriterien plus steigender Anteil der übrigen
Gültigkeit4 Jahre, dann neue Prüfungbis zum Auslaufen der EU-Kriterien1 Jahr, jährliche Neuzertifizierung
Prüfungvor Ort, rund 4 bis 8 Stundenvor Ort, Prüfer beauftragt der BetriebDokumente und Vor-Ort-Audit
VerbreitungÖsterreichEUmehr als 9.000 Betriebe in über 90 Ländern

Laut Umweltzeichen-Leitfaden Beherbergung und Green Key, Stand September 2026.

Das Österreichische Umweltzeichen

Das Umweltzeichen für Tourismus vergibt das Umweltministerium, geprüft wird von unabhängigen Prüferinnen und Prüfern, die der Verein für Konsumenteninformation VKI zuteilt. Ausgezeichnet werden Hotels und Privatvermieter, aber auch Campingplätze, Schutzhütten, Restaurants, Seminarhäuser und Museen.

Bevor ein Betrieb überhaupt Punkte sammeln kann, muss er Grundvoraussetzungen erfüllen. Laut Leitfaden gehören dazu:

  • 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen, oder der Wechsel dazu innerhalb von zwei Jahren,
  • keine Kohle, kein Heizöl bei der Erstzertifizierung und keine reine Elektroheizung mit nicht erneuerbarem Strom,
  • wärmegedämmte Fenster, zumindest Doppelverglasung,
  • Anschluss an eine Kläranlage oder ein eigenes Klärsystem.

Danach muss ein Beherbergungsbetrieb mindestens 35 Punkte aus einem Katalog erreichen, der Energie, Wasser, Abfall, Reinigung, Lebensmittel, Mobilität und Außenanlagen abdeckt. Wer Restaurant, Seminarräume oder Wellness anbietet, braucht mehr. Die Prüfung vor Ort dauert je nach Größe vier bis acht Stunden. Nach vier Jahren läuft das Zeichen aus, für eine Verlängerung wird nach den dann gültigen Kriterien neu geprüft. Zertifizierte Betriebe findet man über die Suche auf tourismus.umweltzeichen.at.

Auch ganze Regionen tragen das Zeichen. Laut Österreich Werbung sind es 16 Destinationen, darunter das Montafon, Saalfelden Leogang, das Kufsteinerland und das Ausseerland-Salzkammergut.

Das EU Ecolabel

Das EU-Umweltzeichen mit der Blume wird in Österreich über dieselbe Stelle beantragt wie das Umweltzeichen, die Anforderungen sind aber niedriger: Ein Beherbergungsbetrieb braucht mindestens 20 Punkte. Den Prüfer beauftragt und bezahlt der Betrieb hier selbst. Die Kriterien für Unterkünfte überarbeitet die EU-Kommission derzeit, sie sollen einfacher werden und den technischen Fortschritt abbilden, so die EU-Tourismusplattform. Der Vorteil des Ecolabels: Es gilt in der ganzen EU und ist auch im Ausland ein Anhaltspunkt.

Green Key

Green Key ist ein internationales Programm der Foundation for Environmental Education mit Sitz in Kopenhagen. Mehr als 9.000 Hotels, Hostels, Campingplätze, Ferienparks, Restaurants und Ausflugsziele in über 90 Ländern sind zertifiziert. Die Kriterien decken 13 Bereiche ab, neben der Umwelt auch soziale Verantwortung und Umweltbildung. Ein Betrieb muss alle Pflichtkriterien erfüllen und bei jeder Wiederholung einen steigenden Anteil der übrigen. Das Zertifikat gilt nur ein Jahr. Ab 1. Oktober 2026 gelten neue Kriterien.

Woran man ein ehrliches Angebot erkennt

  • Siegel nachprüfen: Das Umweltzeichen hat eine öffentliche Betriebssuche. Steht ein Haus dort nicht, ist es nicht zertifiziert, auch wenn das Logo auf der Website prangt.
  • Allgemeine Versprechen hinterfragen: Seit 27. September 2026 sind allgemeine Umweltaussagen ohne nachgewiesene Leistung und selbst gemachte Siegel laut EU-Richtlinie 2024/825 unzulässig.
  • Anreise mitdenken: Die Unterkunft ist nur ein Teil der Bilanz. Wie viel die Wahl des Verkehrsmittels ausmacht, zeigt der Vergleich CO₂ auf Reisen.