CO₂ auf Reisen: Bahn, Auto, Bus und Flugzeug im Vergleich

Wer in Österreich mit der Bahn fährt, verursacht pro Kilometer rund 8 Gramm Treibhausgase. Im Auto sind es bei durchschnittlicher Besetzung rund 220 Gramm, im Inlandsflug mehr als 430 Gramm. Eine Bahnreise von 500 Kilometern schlägt damit mit etwa 4 Kilogramm CO₂-Äquivalent zu Buche, dieselbe Strecke allein im Auto mit rund 125 Kilogramm. Die Zahlen stammen aus den Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts, aktualisiert im Mai 2026 auf Basis der Daten von 2024.

Treibhausgase pro Personenkilometer

Das Umweltbundesamt weist für jedes Verkehrsmittel drei Posten aus: die direkten Emissionen im Betrieb, die Herstellung von Treibstoff oder Strom und die Herstellung des Fahrzeugs. Zusammengezählt ergibt sich:

VerkehrsmittelBetriebTreibstoff, StromFahrzeuggesamt
Bahn in Österreich2,84,41,18,3
Reisebus34,69,24,648,4
Linienbus40,110,63,854,5
E-Auto025,469,795,1
Pkw Benzin134,533,155,0222,6
Pkw Diesel149,340,938,3228,5
Pkw Durchschnitt136,737,345,9219,9
Flug Langstrecke über 4.000 km15416,30,3170,6
Flug Kurz- und Mittelstrecke bis 1.000 km23625,00,5261,5
Flug 1.000 bis 4.000 km24826,30,4274,7
Inlandsflug38941,20,8431,0

Gramm CO₂-Äquivalent pro Personenkilometer, Datenbasis 2024, laut Umweltbundesamt, Stand Mai 2026. Summe der drei Posten gerechnet.

Was hinter den Zahlen steckt

  • Auto: Gerechnet ist mit 1,13 Personen pro Fahrzeug, dem österreichischen Schnitt. Der Durchschnitts-Pkw ist ein Mix aus 59 Prozent Diesel, 36 Prozent Benzin und 5 Prozent Elektroautos, bezogen auf die gefahrenen Kilometer.
  • E-Auto: Im Betrieb entsteht nichts, dafür wiegt die Herstellung schwerer, vor allem wegen des Akkus. Das Umweltbundesamt rechnet mit einem Fahrzeug in Golf-Größe, 65-kWh-Akku, 21 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer und dem österreichischen Strommix samt Importen.
  • Bahn: 85 Prozent der Personenkilometer auf der Schiene fahren elektrisch mit ÖBB-Strom, 15 Prozent mit Diesel.
  • Flugzeug: Beim Fliegen zählen nicht nur CO₂-Emissionen. Das Umweltbundesamt berücksichtigt die weiteren Klimawirkungen in großer Höhe mit dem Faktor 2. Die Werte gelten für typische Strecken ab Wien, etwa Wien-Innsbruck mit einer Embraer 195, Wien-Frankfurt mit einem Airbus A320 oder Wien-Bangkok mit einer Boeing 777.

Den Wert pro Passagier bestimmen laut Umweltbundesamt vor allem die Auslastung und der Flugzeugtyp. Im Beispiel Wien-Bangkok waren die Maschinen 2024 zu 94 Prozent besetzt, auf der Inlandsstrecke Wien-Innsbruck nur zu 56 Prozent. Deshalb schneidet die Langstrecke pro Kilometer besser ab als der Inlandsflug. Pro Reise bleibt sie trotzdem der größte Posten, weil die Distanz so groß ist.

Rechenbeispiele

Für ein Auto nennt das Umweltbundesamt auch Werte pro Fahrzeugkilometer, also unabhängig davon, wie viele Leute drinsitzen. Ein durchschnittlicher Pkw kommt dabei auf 249 Gramm, ein E-Auto auf 108 Gramm. Daraus lässt sich für 500 Kilometer rechnen:

500 Kilometer mitpro Person
Bahn4 kg
E-Auto mit 4 Personen14 kg
Reisebus24 kg
Pkw mit 4 Personen31 kg
Pkw mit 2 Personen62 kg
Pkw allein125 kg
Flug bis 1.000 km131 kg

Berechnet aus den Faktoren des Umweltbundesamts pro Fahrzeugkilometer (Pkw, E-Auto) und pro Personenkilometer (Bahn, Bus, Flug), gerundet.

Voll besetzt kommt das Auto also in die Nähe des Reisebusses, allein unterwegs liegt es auf dem Niveau eines Kurzstreckenflugs. Die Bahn bleibt in jedem Fall deutlich darunter.

Bei Fernreisen verschieben sich die Größenordnungen: Ein Flug über 9.000 Kilometer bedeutet mit dem Langstreckenwert von 171 Gramm rund 1,5 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Person und Richtung, hin und zurück also etwa 3 Tonnen. Das entspricht grob dem, was ein durchschnittliches Auto in Österreich laut Umweltbundesamt mit seiner Jahresfahrleistung von 14.700 Kilometern verursacht, nämlich rund 3,7 Tonnen.

Emissionen bei der Flugbuchung sehen

Mit der EU-Verordnung ReFuelEU Aviation hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA ein Umweltlabel für Flüge eingeführt. Es zeigt bei der Buchung den CO₂-Fußabdruck pro Passagier und die CO₂-Effizienz eines Fluges an, berechnet aus echten Betriebsdaten vergangener Flüge. Die Teilnahme ist für Fluglinien freiwillig, laut EASA läuft das Label derzeit mit ausgewählten europäischen Airlines und Buchungsplattformen. Wer die Wahl zwischen zwei Verbindungen hat, kann damit Flugzeugtyp und Auslastung mitvergleichen, die beiden Größen, die laut Umweltbundesamt den Wert pro Passagier am stärksten bestimmen.

Was am meisten bringt

  • Kurzstrecken auf die Schiene: Ein Inlandsflug verursacht pro Kilometer rund 50-mal so viel wie die Bahn. Bei Zielen bis etwa 1.000 Kilometer ist der Nachtzug oft eine echte Alternative, Verbindungen und Tickets stehen im Ratgeber Nachtzug und Interrail ab Österreich.
  • Das Auto füllen: Mit vier statt einer Person sinkt der Wert pro Kopf auf ein Viertel.
  • Seltener fliegen, dafür länger bleiben: Eine Fernreise hin und zurück kann mehr ausmachen als ein Jahr Autofahren. Wer einmal drei Wochen verreist statt dreimal eine Woche, spart zwei Hin- und Rückflüge.
  • Zubringerflüge vermeiden: Wer für eine Fernreise ab Innsbruck, Graz oder Salzburg über Wien fliegt, hängt einen Inlandsflug an, die Flugklasse mit dem höchsten Wert pro Kilometer. Mit dem Zug zum Abflughafen fällt dieser Teil fast ganz weg.

Auch die Unterkunft lässt sich nach Umweltkriterien auswählen, welche Gütesiegel es dafür gibt, steht im Beitrag über Öko-Unterkünfte.