Die Pieniny sind nur rund 35 Kilometer lang und höchstens 6 Kilometer breit, doch hier begann 1932 der Naturschutz in Polen im großen Stil: mit dem ersten Nationalpark des Landes und, gemeinsam mit dem slowakischen Schutzgebiet gegenüber, dem ersten grenzüberschreitenden Naturpark Europas. Die bekanntesten Ausflüge sind die Floßfahrt durch die Dunajec-Schlucht, 18 Kilometer in rund zweieinviertel Stunden, und der Aufstieg auf die Drei Kronen mit 982 Metern. Eintritt kostet der Park selbst nicht, gezahlt wird nur für einzelne Orte.
Ein kleines Gebirge zwischen Tatra und Beskiden
Die Pieniny gehören zur rund 550 Kilometer langen Pieninischen Klippenzone, die die äußeren Karpaten von den inneren trennt. Im Süden grenzen sie an die Spišská Magura, im Norden an die Gorce und die Beskiden. Zwischen Wäldern und Wiesen ragen steile Felsgipfel auf, am bekanntesten sind die Drei Kronen, polnisch Trzy Korony, und die Sokolica mit ihrer berühmten Reliktkiefer.
Laut Pieniny-Nationalpark war das Gebiet 1932 der erste Nationalpark Polens. Die Geschichte reicht weiter zurück: 1929 kaufte der Staat das Massiv der Drei Kronen, 1930 riefen Aktivisten des Polnischen Tatravereins die Pieniny symbolisch zum Nationalpark aus, 1931 vereinbarten Polen und die Tschechoslowakei, dass auf dem Dunajec keine Motorboote fahren und die Pieniny-Straße für Autos gesperrt bleibt. Am 1. Juni 1932 wurde der Park offiziell gegründet, im Juli 1932 folgte das slowakische Schutzgebiet, so die Parkverwaltung.
Floßfahrt auf dem Dunajec
Die Holzflöße der Pieniny-Flößer fahren von 1. April bis 31. Oktober täglich, außer am Ostersonntag und zu Fronleichnam. Abfahrt ist in Sromowce Wyżne-Kąty oder Sromowce Niżne, eine Reservierung ist nicht nötig. Ein Floß legt ab, sobald elf Personen beisammen sind.
| Ziel | Strecke | Dauer | Erwachsene | Kinder bis 10 |
|---|---|---|---|---|
| Szczawnica | ca. 18 km | ca. 2 h 15 min | 111 bis 117 zł | 78 bis 82 zł |
| Krościenko | ca. 23 km | ca. 2 h 45 min | 134 bis 140 zł | 94 bis 98 zł |
Preise 2026 inklusive Gebühr des Nationalparks, laut Polnischer Verband der Pieniny-Flößer. Der höhere Preis gilt im Juli und August, an den langen Wochenenden Anfang Mai und Anfang Juni sowie am 10. und 11. Oktober.
Große Gepäckstücke über 5 Kilogramm, Fahrräder oder ein großer Hund kosten 50 Złoty extra. Wer ein Online-Ticket hat, muss trotzdem zur Kasse, dort wird man einem Floß zugeteilt. Die Flößer bieten auch Kombitickets mit dem Sessellift Palenica in Szczawnica und einem Bus zurück zum Start an.
Mit Kajak oder Schlauchboot darf man ebenfalls durch die Schlucht, allerdings nur von 1. April bis 31. Oktober. Dafür verlangt der Nationalpark 8 Złoty, ermäßigt 4. Wer ohne Ticket erwischt wird, zahlt das Dreifache. Im Winter ist der Fluss für alle Boote gesperrt, auch auf slowakischer Seite.
Drei Kronen und Sokolica
Der höchste Gipfel der Drei Kronen ist die Okrąglica mit 982 Metern. Von der Aussichtsplattform fällt der Fels 500 Meter zum Dunajec ab, bei gutem Wetter sieht man die Tatra, die Gorce, die Beskiden und die 63 Kilometer entfernte Babia Góra. Die Plattformen auf den Drei Kronen und der Sokolica kosten laut Nationalpark 10 Złoty, ermäßigt 5. Das Ticket gilt am selben Tag für beide Gipfel, bezahlt wird von 1. April bis 15. November, im Winter ist der Zugang frei. Kinder bis 7 Jahre zahlen nichts. Anstehen muss man trotzdem, das Ticket berechtigt nicht zum Vordrängen.
- Drei Kronen ab Sromowce Niżne: Rundweg, im Schnitt 1 Stunde 40 Minuten hinauf und 1 Stunde hinunter.
- Sokolica ab Krościenko: Rundweg über die Pieninki, 1 Stunde 30 Minuten hinauf und 1 Stunde 50 Minuten hinunter.
Die Wege sind teils schlammig und steinig, mit Holz- und Steinstufen und auf der Sokolica auch Felspassagen. Insgesamt hat der polnische Nationalpark sieben Wanderwege mit gut 29 Kilometern. Radfahren ist nur auf ausgewiesenen Abschnitten erlaubt.
Burg Czorsztyn und die Fähre in Szczawnica
Im Park liegen die Ruinen zweier mittelalterlicher Burgen, eine dritte, gut erhaltene steht direkt an der Grenze. Die Ruine Czorsztyn ist von Mai bis September täglich von 9 bis 18 Uhr offen, von Oktober bis April außer montags von 10 bis 15 Uhr, laut Nationalpark. Der Eintritt kostet 12 Złoty, ermäßigt 6. Wer die Burg besucht, parkt die ersten 90 Minuten gratis, wenn er beim Ausfahren die Tickets vorzeigt, bei einem Auto mindestens zwei Vollpreis-Tickets.
In Szczawnica setzt eine kleine Fähre über den Dunajec. Sie fährt von 15. April bis Ende Oktober, im Juli und August von 8 bis 20 Uhr, und kostet 2026 laut Nationalpark 6 Złoty, Kinder bis 10 Jahre zahlen 3.
Die slowakische Seite
Am Südufer des Dunajec liegt der slowakische Pieniny-Nationalpark, gegründet 1967. Durch die Schlucht führt dort ein Weg, der zugleich Lehrpfad mit zehn Stationen ist. Auch von slowakischer Seite fahren Flöße, laut Nationalparkverwaltung PIENAP waren es 2017 mehr als 85.000 Gäste. In den Pieniny leben laut PIENAP 61 Säugetierarten, darunter Luchs, Wolf und Braunbär, dazu mehr als 190 Vogelarten.
Zu den bekanntesten Tieren auf polnischer Seite gehört der Apollofalter. Der seltene Schmetterling hat in Polen vor allem in den Pieniny überlebt, auch dank einer Zucht des Nationalparks.
Einen Nationalpark in den Alpen mit Bootsfahrt und Aussichtsgipfel beschreibt der Beitrag über das Berchtesgadener Land.