300 Gäste unter sieben Meter hohen Decken mit Blick auf die Altstadt, oder eine neugotische Kapelle in einem Schloss, das seit 1435 urkundlich belegt ist: Niederösterreich hat für eine Hochzeit im historischen Rahmen mehr zu bieten als eine einzelne Location. Zwei Anwesen zeigen, wie unterschiedlich diese Kulisse ausfallen kann.
Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen: Festsaal mit Blick auf die Altstadt
Im Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen an der Ybbs fasst der Große Festsaal bis zu 300 Gäste auf rund 600 Quadratmetern, bei sieben Meter hohen Decken und Blick auf die Altstadt von Waidhofen und das Mostviertel. Für kleinere Feiern steht der YbbSalon für bis zu 60 Personen mit eigener Terrasse für den Empfang zur Verfügung, für die freie Trauung im Freien der Hochzeitsgarten mit Pavillon. Das 4-Sterne-Haus verfügt über 90 Zimmer und Suiten, Gäste können also direkt vor Ort übernachten. Ab 45 zahlenden Gästen stellt das Haus dem Brautpaar kostenlos eine Suite mit separatem Ankleidebereich für die Hochzeitsnacht zur Verfügung. Standesamt und Kirche liegen laut Angaben des Hauses nur 178 Meter von der Location entfernt, verpflegt wird aus der hauseigenen Küche.
Schloss Grafenegg: Neugotik nach englischem Vorbild
Wer es lieber historisch als modern-komfortabel mag, findet in Schloss Grafenegg im Kamptal ein Anwesen mit deutlich längerer Geschichte. Urkundlich erstmals 1435 erwähnt, erwarb Ulrich von Grafeneck die Anlage im 15. Jahrhundert und gab ihr den heutigen Namen. Bis zum frühen 17. Jahrhundert wuchs das Schloss zu seiner bis heute erkennbaren Form mit vier Flügeln und markanten Türmen. Zwischen 1840 und 1873 ließ Graf August von Breuner-Enckevoirt das Anwesen vom Wiener Baumeister Leopold Ernst im Stil der englischen Neugotik umbauen, Höhepunkt dieser Umgestaltung ist der Rittersaal. Die Schlosskapelle verbindet gotische und neugotische Elemente und zählt zu den sehenswertesten Räumen des Hauses, der Innenhof eignet sich für die freie Trauung im Freien. Wer die Feier mit einem Konzert verbinden möchte: Seit der Eröffnung am 23. August 2007 steht im Schlosspark der Wolkenturm, eine Freiluftbühne der Architekten Marie-Therese Harnoncourt und Ernst J. Fuchs mit 1.700 Sitz- und weiteren 400 Rasenplätzen.

Worauf es bei der Wahl ankommt
Vor der Buchung lohnt sich ein Blick auf einige praktische Punkte, die sich zwischen den Anwesen deutlich unterscheiden:
- Passt die Gästezahl zum Platzangebot, drinnen wie draußen?
- Ist eine hauseigene Küche vorhanden, oder wird ein externer Caterer benötigt?
- Können Gäste direkt vor Ort übernachten?
- Erlaubt die Location eigene Dekoration, Musik und individuelle Abläufe, oder schränken Denkmalschutzauflagen bestimmte Vorhaben ein?
Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt: Historische Gebäude unterliegen häufig Auflagen, die etwa offene Flammen, bestimmte Befestigungen für Dekoration oder die Lautstärke von Musik betreffen. Ein Gespräch mit der Location im Vorfeld klärt das zuverlässiger als jede allgemeine Checkliste. Wer sich einen breiteren Überblick über weitere Anwesen in Österreich verschaffen möchte, findet dazu bei der Österreich Werbung eine Übersicht.