Für Marokko brauchen Österreicher kein Visum, aber einen Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gilt. Drohnen bleiben am Flughafen hängen, Dirham darf man weder ein- noch ausführen, und schon kleine Mengen Cannabis bringen Haftstrafen. Das Außenministerium stuft den Großteil des Landes mit Sicherheitsstufe 2 ein, für die Westsahara und entlegene Saharagebiete im Süden gilt eine Reisewarnung.
Einreise auf einen Blick
| Thema | Regel |
|---|---|
| Visum | nicht nötig für bis zu 90 Tage |
| Reisepass | mindestens 6 Monate gültig bei der Einreise |
| Nachweise | Flugreisende müssen unter Umständen Rückflugticket und genug Geld vorweisen |
| Kinder | Reisen sie ohne oder mit nur einem Elternteil, brauchen sie eine Einverständniserklärung |
| Währung | Dirham, Ein- und Ausfuhr verboten; Devisen ab 100.000 Dirham anmelden |
| Drohnen | Einfuhr streng verboten, auch privat |
| Krankenversicherung | kein Sozialversicherungsabkommen, Reiseversicherung dringend empfohlen |
Laut Außenministerium, Stand September 2026. Rechtsverbindlich sind nur die Auskünfte der Botschaft Marokkos.
Zur Einverständniserklärung für Minderjährige empfiehlt das Ministerium, eine Kopie der Geburtsurkunde und der Pässe der Eltern beizulegen, bei unterschiedlichen Nachnamen auch die Heiratsurkunde. Eine Drohne wird bei der Einreise abgenommen, sie zurückzubekommen ist mühsam. Eine Genehmigung bekommen Touristen de facto nicht. Pässe, die einmal als gestohlen oder verloren gemeldet waren, sollte man nicht mehr verwenden, auch wenn die Anzeige widerrufen wurde.
Sicherheit
- Sicherheitsstufe 4 (Reisewarnung): für das Landesinnere der völkerrechtlich umstrittenen Westsahara und für entlegene Saharazonen Südmarokkos, vor allem an der Grenze zu Algerien. In der Westsahara kann die österreichische Botschaft in Rabat nicht helfen.
- Sicherheitsstufe 2 (Sicherheitsrisiko): für alle übrigen Landesteile, also auch Marrakesch, Fès, Casablanca und die Küste.
- Grenzen: Die Grenze zu Algerien ist durchgehend geschlossen, die Übergänge zu den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind offen.
Wüstentouren, Bergwanderungen und Rundreisen sollte man nur mit renommierten, regulären Veranstaltern machen, bei Bergtouren ist ein lokaler Führer Pflicht. An Flughäfen, Bahnhöfen und in den Medinas wird durchgehend per Video überwacht. Wer in ein Gebiet mit Reisewarnung fährt, riskiert, dass die Reiseversicherung nicht zahlt.
Notrufnummern
| Dienst | Nummer |
|---|---|
| Rettung | 150 |
| Notarzt | 141 |
| Feuerwehr | 15 |
| Polizei in der Stadt | 19 oder 190 |
| Gendarmerie am Land | 177 |
| Autobahn | 5050 |
Laut Außenministerium. Die Landesvorwahl ist +212.
Für Anzeigen bei Verlust oder Diebstahl verlangt die Polizei oft die Passnummer. Eine Kopie des Passes am Handy oder in der App ID Austria erspart dann Wege.
Mit dem Auto
Marokko hat moderne Autobahnen, alle wichtigen Orte sind über Asphaltstraßen erreichbar. Das Unfallrisiko ist laut Außenministerium aber vergleichsweise hoch, es rät deshalb davon ab, selbst mit dem eigenen oder einem Leihauto zu fahren. Wer mit österreichischem Kennzeichen unterwegs ist, braucht die internationale Versicherungskarte in ausgedruckter Form. Nach einem Unfall mit einem in Marokko zugelassenen Auto wird ein Unfallbericht ausgefüllt, der „Constat à l'amiable“, den anders als in Österreich ein Vertreter einer der Versicherungen vor Ort aufnehmen muss.
Gesetze und Gepflogenheiten
- Drogen: Schon kleine Mengen, auch Cannabis, führen zu drastischen Haftstrafen und Geldbußen.
- Beziehungen: Außereheliche und gleichgeschlechtliche Sexualbeziehungen sind strafbar.
- Religion: Missionieren wird bestraft oder führt zur Ausweisung. Moscheen dürfen Nicht-Muslime nicht betreten, mit einer Ausnahme in Casablanca.
- Ramadan: Während des Fastenmonats und an religiösen Orten sollte man die lokalen Sitten besonders respektieren und allzu freizügige Kleidung meiden.
Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca
Die einzige Moschee des Landes, die Nicht-Muslime besichtigen dürfen, ist nur mit Führung zugänglich. Laut Stiftung der Moschee gelten diese Zeiten:
- 15. März bis 15. September: Samstag bis Donnerstag um 9, 10, 11, 12, 15 und 16 Uhr, Freitag um 9, 10, 15 und 16 Uhr.
- 16. September bis 14. März: Samstag bis Donnerstag um 9, 10, 11, 12 und 15 Uhr, Freitag um 9, 10 und 15 Uhr.
Erwachsene aus dem Ausland zahlen 140 Dirham, Studenten 70, Kinder ab 6 Jahren 30, jüngere nichts. Schultern und Oberkörper müssen bedeckt sein, die Kleidung muss über die Knie reichen, Shorts und ärmellose Oberteile sind verboten. Die Schuhe zieht man vor dem Betreten aus, Videokameras sind nicht erlaubt.
Essen
Couscous ist nicht nur ein Gericht: Das Wissen rund um Herstellung und Verzehr steht seit 2020 auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO, eingereicht gemeinsam von Algerien, Mauretanien, Marokko und Tunesien.
Das Außenministerium empfiehlt eine Reiseapotheke, die auch Mittel gegen gängige Reiseerkrankungen enthält. Was bei Magen-Darm-Beschwerden unterwegs hilft, steht im Ratgeber Durchfall im Urlaub. Welche Impfungen sinnvoll sind, klärt man rechtzeitig mit dem Hausarzt oder einer reisemedizinischen Stelle, einen Überblick gibt der Ratgeber Fernreisen: Versicherungen und Impfungen.
Klima
An der nördlichen Atlantikküste ist das Klima maritim, mit warmen Sommern, milden Wintern und hoher Luftfeuchtigkeit. Im Landesinneren und im Süden wird es heißer und trockener. Typisch ist der Wüstenwind Chergui, der in unregelmäßigen Abständen für einige Tage hohe Temperaturen bringt, manchmal bis 45 Grad. Im Winter kann es an der Küste wegen der Feuchtigkeit und im Landesinneren durch Schneefall empfindlich kalt werden. Marokko liegt außerdem in einer Erdbebenzone.